Weltschmerz


Herr, ich bin geworfen
hinein in eine dunkle Welt.
Ja, ich lebe im Amorphen
ohne Sinn, der mir gefällt.

  Ständig diese Schmerzensschreie,
niemals Rast und niemals Ruh'.
Immer wieder stürzt auf's Neue,
das eig'ne Ich dem Elend zu.

  Ich seh' das Leiden in den Welten,
seh' die Bäume, ihr Verblühen.
Welche Werte dürfen gelten,
wofür lohnt sich all mein Mühen?

  Herr, seh' ich auf Dein Antlitz nieder,
auf Dein Leben, Deine Pein,
dann erkenn' ich darin selbst mich wieder
und spür', mein Weltschmerz ist Dein Sein.

 
Bild: JesusWeltKreuz (Quelle: pixabay.com)


2.06.1988    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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