Epilog: Lebensbrot (Joh.6)



Gedicht: Lebensbrot (Johannes 6)

  Seine letzten Fischbrote
nicht gleich auf die Waagschale legen.
Vielmehr die Körbe offenhalten
für sein Übriges.
So werden alle satt.

  Schließlich erspart er uns
durch sein Blut
das Fleischgericht am Abend
uns'rer Tage.

  Bekämpft sein Brotbruch nicht
schon jetzt unseren Mannamangel?
Stillt sein Wasserquellen nicht
schon jetzt unseren Lebensdurst?
Wer aber glaubt schon
Josephs Sohn?

 
Bibelstelle – Johannes 6,35 (Luther)

  Jesus aber sprach zu ihnen:
Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

 
â€â™€ Meditation

  Ich kenne den Impuls,
alles sofort abzuwägen.
Zu rechnen,
ob es reicht.

  Du lädst mich ein,
die Körbe offen zu halten.
Nicht festzuhalten,
sondern zu vertrauen,
dass mehr geschieht
als ich überschauen kann.

  Ich merke meinen Hunger.
Nicht nur nach Brot,
sondern nach Sinn,
nach Halt,
nach Leben.

  Und doch regt sich Zweifel:
Kann das genügen?
Kann das wirklich tragen?

  Ich bleibe bei Dir,
auch mit meinem Fragen.
Vielleicht beginnt Sättigung dort,
wo ich aufhöre zu vergleichen
und anfange zu empfangen.

 
â“ Fragen für den Tag

  1. Wo neige ich dazu, alles abzuwägen und zu sichern?
2. Welche "Körbe" halte ich lieber geschlossen als offen?
3. Welchen Hunger spüre ich heute jenseits des Körperlichen?
4. Was fällt mir schwer zu glauben?
5. Wo könnte ich mich heute nähren lassen?

 
Gebet

  Jesus,
Du kennst meinen Hunger
und meinen Zweifel.

  Ich bringe Dir,
was ich habe,
auch wenn es wenig scheint.

  Lehre mich,
nicht nur zu rechnen,
sondern zu vertrauen.

  Sei Du mein Brot
auf dem Weg
durch diesen Tag.

 
Körperübung

  **"Die Körbe öffnen."**

  Setze dich aufrecht hin.
Lege die Hände geöffnet
auf deine Oberschenkel.

  Atme ruhig ein und aus.
Spüre die Offenheit der Hände.

  Beim Einatmen: *Ich empfange.*
Beim Ausatmen: *Ich lasse los.*

  Bleibe einige Atemzüge
in dieser Haltung.

 
Abendreflexion

  Wo habe ich heute Hunger gespürt?
Wo habe ich empfangen, statt zu rechnen?
Was hat mich innerlich genährt?
Wofür bin ich dankbar?

2.01.2001  ↑    


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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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