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Gedicht: Haltet ihr mich? (Matthäus 16) |
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Man hält viel von dem der uns Halt gibt, der an uns trotz Fehlverhalten festhält, der das Unglück von uns fern hält, der mit uns aushält, der sich ohne Vorbehalt zu uns gesellt. |
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Man ist ungehalten über den, der sich immer das letzte Wort vorbehält, der unser Verhalten nie für gut hält, der uns zurückhält, wenn wir mithalten wollen, der sich aus allem heraushält, der uns hinhält, wie es Ihm gefällt. |
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Gehalten oder ungehalten, Impuls oder Anstoß, wir sind letztlich die Antwort auf die Frage: "Für wen haltet Ihr mich?" |
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Bibelstelle – Matthäus 16,15 (Luther) |
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Er sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? |
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â€â™€ Meditation |
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Ich höre diese Frage nicht an die Jünger allein gerichtet. Sie trifft mich. |
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Nicht theoretisch, nicht allgemein, sondern mitten in meinem Leben. |
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Für wen halte ich Dich, wenn es gut läuft? Für wen halte ich Dich, wenn ich mich gehalten fühle oder ungehalten werde? |
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Ich merke, wie schnell ich mir ein Bild mache, das mir passt. Einen Gott, der hält, aber nicht fordert. Oder einen, der fordert, aber mir fern bleibt. |
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Und doch bleibst Du fragend. Nicht drängend. Du hältst mir Deine Frage hin und lässt mir die Freiheit, mit meinem Leben zu antworten. |
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â“ Fragen für den Tag |
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1. Wann habe ich mich zuletzt wirklich gehalten gefühlt? 2. Wo erlebe ich Widerstand oder Zorn gegenüber Gott? 3. Welche Erwartungen trage ich unausgesprochen in mir? 4. Was sagt mein heutiges Handeln über mein Gottesbild? 5. Wie möchte ich heute auf diese Frage antworten? |
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Gebet |
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Gott, Du stellst mir keine Fangfrage. Du hältst mir einen Raum hin. |
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Manchmal suche ich Halt und entziehe mich zugleich Deiner Nähe. Manchmal bin ich ungehalten, weil Du nicht so bist, wie ich Dich gern hätte. |
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Bleibe bei mir, während ich suche. Halte mich, während ich antworte. |
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Körperübung |
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**"Halt spüren."** |
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Stelle dich aufrecht hin. Lege beide Füße fest auf den Boden. |
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Drücke sie sanft in den Untergrund und spüre den Widerstand. |
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Atme ruhig. Beim Einatmen: *Ich werde gehalten.* Beim Ausatmen: *Ich darf loslassen.* |
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Wiederhole dies einige Atemzüge lang. |
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Abendreflexion |
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Wo habe ich heute Halt erlebt oder vermisst? Wo bin ich innerlich ungehalten geworden? Welche Antwort habe ich heute mit meinem Leben gegeben? Wofür bin ich dankbar? |