Schilfmeer (2.Mose)


Sie ziehen durchs Schilfmeer,
sie rufen: "So hilf Herr!
Die mächtigen Streiter,
die raubenden Reiter,
die schwingenden Schwerter,
das ganze ägyptische Heer
sind hinter uns her."

  Sie ziehen durchs Schilfmeer
einher Hand an Hand.
Die wankenden Wasser
rauschend,
so mächtig verdächtig
sind wie eine Wand.
Doch immer vor Augen
am Horizont-Rand
liegt es im Trock'nen,
das verheißene Land.

  Sie ziehen durchs Schilfmeer
die feindlichen Wagen
so prächtig und schwer,
noch niemals geschlagen
zücken Schilder und Speer.
Gleich wird man sie haben ...
Doch Gott gibt Gewähr
und, ohne zu zagen,
stürzen mit einem mächtigen Satz
die würgenden Wasser zurück
an ihren gebotenen Platz.

  Wir zogen durchs Schilfmeer
trockenen Fußes einher,
wird von nun an man sagen.
Verjubelt ist Heulen und Klagen,
zu Glauben geläutert zweifelndes Fragen.
Kraft und Stärke ist uns der Herr!
Viel Zukunft von nun an
werden wir wagen,
denn gütig ist Er.
Feindliche Rosse, Reiter und Wagen
wirft er ins Meer.

  Doch werden wir Ihm am Ende,
wenn sie uns wieder jagen,
glauben,
dass die wankenden, würgenden Wasser uns tragen?

6.10.2012  ↑    




Epilog: Schilfmeer (2.Mose)



Gedicht: Schilfmeer

  Sie ziehen durchs Schilfmeer,
sie rufen: "So hilf Herr!
Die mächtigen Streiter,
die raubenden Reiter,
die schwingenden Schwerter,
das ganze ägyptische Heer
sind hinter uns her."

  Sie ziehen durchs Schilfmeer
einher Hand an Hand.
Die wankenden Wasser
rauschend,
so mächtig verdächtig
sind wie eine Wand.
Doch immer vor Augen
am Horizont-Rand
liegt es im Trock'nen,
das verheißene Land.

  Sie ziehen durchs Schilfmeer
die feindlichen Wagen
so prächtig und schwer,
noch niemals geschlagen
zücken Schilder und Speer.
Gleich wird man sie haben ...
Doch Gott gibt Gewähr
und, ohne zu zagen,
stürzen mit einem mächtigen Satz
die würgenden Wasser zurück
an ihren gebotenen Platz.

  Wir zogen durchs Schilfmeer
trockenen Fußes einher,
wird von nun an man sagen.
Verjubelt ist Heulen und Klagen,
zu Glauben geläutert zweifelndes Fragen.
Kraft und Stärke ist uns der Herr!
Viel Zukunft von nun an
werden wir wagen,
denn gütig ist Er.
Feindliche Rosse, Reiter und Wagen
wirft er ins Meer.

  Doch werden wir Ihm am Ende,
wenn sie uns wieder jagen,
glauben,
dass die wankenden, würgenden Wasser uns tragen?

 
Bibelstelle – 2. Mose 14,13 –14 (Luther)

  Mose sprach zum Volk:
Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu,
was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird.
Denn wie ihr die Ägypter heute seht,
werdet ihr sie nimmermehr sehen ewiglich.

  Der HERR wird für euch streiten,
und ihr werdet stille sein.

 
â€â™€ Meditation

  Ich stehe zwischen Angst und Zukunft.
Hinter mir das, was mich jagt.
Vor mir Wasser, das keinen Weg verspricht.

  Ich höre den Ruf,
nicht zu fliehen
und nicht zu kämpfen,
sondern stehen zu bleiben.

  Vielleicht ist Vertrauen heute
kein Gefühl,
sondern ein Schritt.
Ein Schritt zwischen Wänden aus Angst,
getragen von einer Verheißung,
die ich noch nicht beweisen kann.

  Ich weiß, wie schnell Jubel verklingt
und Zweifel zurückkehrt.
Darum bitte ich nicht um Gewissheit,
sondern um Mut
für den nächsten Schritt.

 
â“ Fragen für den Tag

  1. Wo fühle ich mich gerade bedrängt oder verfolgt?
2. Was liegt hinter mir, was vor mir?
3. Wo wünsche ich mir einen schnellen Ausweg?
4. Was könnte heute mein nächster kleiner Schritt sein?
5. Wem oder was vertraue ich, wenn die Angst zurückkehrt?

 
Gebet

  Gott,
ich stehe zwischen Ufer und Tiefe.

  Nimm mir nicht jede Angst,
aber gib mir Mut zum Gehen.

  Streite Du für mich,
wenn mir die Kraft fehlt.

  Lehre mich zu glauben,
dass auch wankende Wasser tragen können.

 
Körperübung

  **"Den Schritt wagen."**

  Stelle dich aufrecht hin.
Spüre beide Füße fest am Boden.

  Hebe beim Einatmen langsam einen Fuß an.
Beim Ausatmen setze ihn bewusst einen Schritt nach vorn.

  Wechsle die Seite.
Atme ruhig weiter.

  Beim Einatmen: *Ich stehe im Sturm.*
Beim Ausatmen: *Ich gehe trotz Sturm.*

  Wiederhole dies einige Male.

 
Abendreflexion

  Wo bin ich heute stehen geblieben aus Angst?
Wo habe ich einen Schritt gewagt?
Was hat mich getragen?
Wofür finde ich Gründe dankbar zu sein?



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