Manna (2. Buch Mose)



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So Du mich
berufst durchs Prophetenwort,
in meine Wüste führst,
ich sein lässt.

 
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Wenn ich mich
versenke im Überhandsand,
verwehe im Blindwind,
versehe am Nichtlicht,
vergehe am Wahnweg.

  Dann versehne ich mich
nach bereits Verwundenem,
nach den Fleischfässern,
sogar nach den Peitschenhieben,
die sich in meiner verwüsteten Erinnerung
verstreicheln zu sanften Schmetterlingsschlägen
heimatvoll.

 
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Dann verhadere ich mich
in meiner brotlosen Freiheit
am leeren Fleischtopf,
im vertrockneten Wasserarm,
aus dem mir jede verdorrte Wasserader
zum Haderwasser zerrinnt
unverdankt.

 
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Aber Du bist
da trotzdem,
Manna in alles eingefleischt und wolkenversäult,
Herr umgnadend immerfort,
unverwüßtlich.

  Darum
lässt Du mich nicht versiegen,
bedeckst Du mein Land mit Manna,
gibst Du mir Dein Himmelsfleisch,
nimmst Du den Wasserstab
und schlägst ihn auf mein Felsenherz
vertrauensvoll.

 
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20.12.2012  ↑    




Epilog: Manna (2. Buch Mose)



Gedicht: Manna (2. Buch Mose)

  So Du mich
berufst durchs Prophetenwort,
in meine Wüste führst,
ich sein lässt.

  Wenn ich mich
versenke im Überhandsand,
verwehe im Blindwind,
versehe am Nichtlicht,
vergehe am Wahnweg.

  Dann versehne ich mich
nach bereits Verwundenem,
nach den Fleischfässern,
sogar nach den Peitschenhieben,
die sich in meiner verwüsteten Erinnerung
verstreicheln zu sanften Schmetterlingsschlägen
heimatvoll.

  Dann verhadere ich mich
in meiner brotlosen Freiheit
am leeren Fleischtopf,
im vertrockneten Wasserarm,
aus dem mir jede verdorrte Wasserader
zum Haderwasser zerrinnt
unverdankt.

  Aber Du bist
da trotzdem,
Manna in alles eingefleischt und wolkenversäult,
Herr umgnadend immerfort,
unverwüßtlich.

  Darum
lässt Du mich nicht versiegen,
bedeckst Du mein Land mit Manna,
gibst Du mir Dein Himmelsfleisch,
nimmst Du den Wasserstab
und schlägst ihn auf mein Felsenherz
vertrauensvoll.

 
Bibelstelle – 2. Mose 16,15 (Luther)

  Und als es die Kinder Israel sahen, sprachen sie untereinander:
Man hu? denn sie wussten nicht, was es war.
Mose aber sprach zu ihnen:
Es ist das Brot, das euch der HERR zu essen gegeben hat.

 
â€â™€ Meditation

  Ich kenne diese Wüste.
Nicht nur als Ort,
sondern als Zustand.

  Frei geworden
und doch noch haltlos.
Losgelöst
und doch sehnsüchtig nach dem Vertrauten,
selbst wenn es verwundet hat.

  Ich spüre,
wie leicht Erinnerung sich verklärt
und Mangel das Vergangene schön färbt.

  Und dennoch bist Du da.
Nicht spektakulär.
Nicht erklärend.
Du gibst, was für heute reicht.

  Kein Vorrat,
keine Sicherheit auf morgen.
Nur genug.
Und das jeden Tag neu.

  Vielleicht ist genau das
die Einladung:
nicht zurückzusehen,
nicht vorauszuhorten,
sondern zu lernen,
mich heute tragen zu lassen.

 
â“ Fragen für den Tag

  1. Wo erlebe ich gerade meine eigene Wüste?
2. Wonach sehne ich mich zurück, obwohl es mich nicht genährt hat?
3. Was bedeutet für mich "genug für heute?"
4. Wo fällt es mir schwer, auf tägliche Versorgung zu vertrauen?
5. Welche Spur von Getragenheit kann ich heute wahrnehmen?

 
Gebet

  Gott,
Du führst mich Wege,
die ich mir nicht aussuche.

  Ich bringe Dir
mein Heimweh
und meine Ungeduld.

  Gib mir,
was ich heute brauche.
Nicht mehr,
nicht weniger.

  Lehre mich,
Dein Manna zu erkennen
und Dir zu vertrauen
Schritt für Schritt.

 
Körperübung

  **"Genug für heute."**

  Stelle dich ruhig hin.
Spüre beide Füße auf dem Boden.

  Atme tief ein
und breite beim Einatmen die Hände leicht aus.

  Beim Ausatmen
lasse die Hände wieder sinken
und sage innerlich: *Es genügt.*

  Wiederhole dies fünf Atemzüge lang.

 
Abendreflexion

  Wo habe ich heute Mangel gespürt?
Wo habe ich genug empfangen?
Wofür kann ich am Ende dieses Tages danken?



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