Eingebildet (1. Buch Mose)


Mensch, wie bist du eingebildet
in sein Ebenbild!
Als Ebenbild, Mensch,
welche Himmelsfarben
führst du noch im Schild?
Dein Pinselstrich,
so scharf, so wild,
zerwühlt dein Gottesbild,
auf dieser Leinwand Leben,
mit immer neuen Narben.

 
Bild: Eingebildet_03 (Quelle: pixabay.com)

Mensch, so furchtbar fruchtbar,
mehrst du hier,
nährst du hier
die eigenen Gestalten.
Füllst anfangs sie mit Himmelsfarben,
hell und mild,
und lässt sie dann,
Zug um Trug,
zum schlechten Blutbild dir erkalten.

 
Bild: Eingebildet_04 (Quelle: pixabay.com)

Mensch, dein Urbild tief
ist immer noch gefallen.
Dein Apfeltraum
am Lebensbaum
schlug dir die Augen auf
mit tiefster Nacht,
ganz nackt, ganz ohne
Himmelsfarben.

 
Bild: Eingebildet_05 (Quelle: pixabay.com)

Ebenbild, Tohuwabohu hält dich
seitdem im Hamsterlauf.
Wer schafft die wahre Wende?
In Liebe ohne Ende
gibt Gott sich selbst
als Lebensraum, so farbenvoll,
dem schwachen Mann,
dem starken Weib
in ihre Hände.

 
Bild: Eingebildet_02 (Quelle: pixabay.com)

21.01.2013  ↑    




Epilog: Eingebildet (1. Buch Mose)



Gedicht: Eingebildet (1. Buch Mose)

  Mensch, wie bist du eingebildet
in sein Ebenbild!
Als Ebenbild, Mensch,
welche Himmelsfarben
führst du noch im Schild?
Dein Pinselstrich,
so scharf, so wild,
zerwühlt dein Gottesbild,
auf dieser Leinwand Leben,
mit immer neuen Narben.

  Mensch, so furchtbar fruchtbar,
mehrst du hier,
nährst du hier
die eigenen Gestalten.
Füllst anfangs sie mit Himmelsfarben,
hell und mild,
und lässt sie dann,
Zug um Trug,
zum schlechten Blutbild dir erkalten.

  Mensch, dein Urbild tief
ist immer noch gefallen.
Dein Apfeltraum
am Lebensbaum
schlug dir die Augen auf
mit tiefster Nacht,
ganz nackt, ganz ohne
Himmelsfarben.

  Ebenbild, Tohuwabohu hält dich
seitdem im Hamsterlauf.
Wer schafft die wahre Wende?
In Liebe ohne Ende
gibt Gott sich selbst
als Lebensraum, so farbenvoll,
dem schwachen Mann,
dem starken Weib
in ihre Hände.

 
Bibelstelle – 1. Mose 1 –3 (Luther, Auswahl)

  Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn;
und schuf sie als Mann und Weib.

  Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte;
und siehe, es war sehr gut.

  Da gingen ihnen beiden die Augen auf,
und sie erkannten, dass sie nackt waren.

 
â€â™€ Meditation

  Ich halte inne
vor dem Bild, das ich mir von mir selbst gemacht habe.
Ich sehe meine Farben,
meine Linien,
meine Übermalungen
meine Schattenseiten.

  Ich spüre, wo ich mich vermalt habe
in meinen eigenen Vorstellungen.
Und ich erlaube mir, Gott,
mich mit Deinen Augen zu sehen.
Du radierst mich nicht aus,
du überzeichnest mich nicht.
Du siehst mich wie ich bin:
Deine geliebte Schöpfung, Dein Ebenbild.

 
â“ Fragen für den Tag

  1. Welches Bilder von mir werde ich heute hochhalten?
2. Wo stehe ich in der Gefahr mich zu überschätzen oder zu verlieren?
3. Wo spüre ich Erschöpfung, was ist mein Hamsterrad?
4. Wo sehne ich mich nach neuen Farben?
5. Was bedeutet es für mich, Ebenbild Gottes zu sein?

 
Gebet

  Gott,
Du kennst mein wahres Bild,
auch dort, wo ich es übermale.
Nimm mir die Angst vor meiner Nacktheit.
Fülle mich neu mit Deinen Farben.
Schenke mir Deinen Lebensraum,
in dem ich ruhen darf.

 
Körperübung

  **Ich lasse falsche Bilder los**

  Stelle dich ruhig hin.
Hebe die Hände vor dein Gesicht,
als hieltest du ein Bild.

  Beim Einatmen
nimm dieses Bild bewusst wahr.

  Beim Ausatmen
öffne die Hände
und lasse es los.

  Wiederhole dies vier- bis sechsmal ruhig.

 
Abendreflexion

  Welche Bilder haben mich heute bestimmt?
Wo durfte ich etwas loslassen?
Wo habe ich mich angenommen gefühlt?
Wofür bin ich dankbar?



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