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Wenigstens siebenmal am Tag besteige ich ein Schiff nach Tarsis, nehme ich Flügel der Morgenröte, um Deinem Augenblick zu entfliehen, gehe ich bis zum zum äußersten Meer wie mein Bruder Jona. Auch er wusste: Gott ist gut! |
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Wieder und wieder verliere ich mich im Sehsturm und in der Bilderflut. Mit jedem Flügelschlag zerschellt mein Fluchtschiff im Weltmehr. Stürze ich aber in der Flutfalle, schickst du mir den rettenden Raubfisch- wie meinem Bruder Jona. |
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Schauderschilf durchschlingt meine Gedanken, rüttelt an meinen Fundamenten. In meiner Atemnot lasse ich alle Luftblasen los, so findet mich in der Tiefe ein Dankgebet. Dort in der Dunkelkammer opferwillig geht mir Dein Licht auf wie meinem Bruder Jona, der sich nach Geistesgegenwart sehnte mehr als nach allem anderen. |
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Im Schlundschatten soll niemand bleiben! Dein Lichtblick befiehlt mich zurück aufs Festland, mir, mich hin zu bewegen und Segen zu hegen in meinem Ninive. Aber Dein Anderssein wächst mir bald über den Kopf, wie der Rizinus meinem Bruder Jona, der seine Gedanken noch gegen die pralle Sonne sandte und dem Licht zürnte, dem seine Schattenstaude näher stand als die Menschen selbst dann noch, als das Wirken des Wurms schon längst vorüber war. |
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Gedicht: Bruder Jona (Buch Jona) |
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Wenigstens siebenmal am Tag besteige ich ein Schiff nach Tarsis, nehme ich Flügel der Morgenröte, um Deinem Augenblick zu entfliehen, gehe ich bis zum zum äußersten Meer wie mein Bruder Jona. Auch er wusste: Gott ist gut! |
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Wieder und wieder verliere ich mich im Sehsturm und in der Bilderflut. Mit jedem Flügelschlag zerschellt mein Fluchtschiff im Weltmehr. Stürze ich aber in der Flutfalle, schickst du mir den rettenden Raubfisch – wie meinem Bruder Jona. |
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Schauderschilf durchschlingt meine Gedanken, rüttelt an meinen Fundamenten. In meiner Atemnot lasse ich alle Luftblasen los, so findet mich in der Tiefe ein Dankgebet. Dort in der Dunkelkammer opferwillig geht mir Dein Licht auf wie meinem Bruder Jona, der sich nach Geistesgegenwart sehnte mehr als nach allem anderen. |
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Im Schlundschatten soll niemand bleiben! Dein Lichtblick befiehlt mich zurück aufs Festland, mir, mich hin zu bewegen und Segen zu hegen in meinem Ninive. Aber Dein Anderssein wächst mir bald über den Kopf, wie der Rizinus meinem Bruder Jona, der seine Gedanken noch gegen die pralle Sonne sandte und dem Licht zürnte, dem seine Schattenstaude näher stand als die Menschen selbst dann noch, als das Wirken des Wurms schon längst vorüber war. |
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Bibelstelle – Jona 2,1 –2 (Luther) |
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Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches. |
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â€â™€ Meditation |
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Ich erkenne mich im Weglaufen. Nicht einmalig, sondern immer wieder. |
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Ich weiß um Deine Güte und fürchte doch Deine Nähe. Ich fliehe vor dem Augenblick, der mich meint. |
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Und dennoch: Du gibst mich nicht auf. Du rettest, auch wenn es eng wird. |
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Im Dunkel lerne ich zu beten, nicht schön, sondern wahr. Vielleicht ist Umkehr heute kein Richtungswechsel aus Stärke, sondern das Eingeständnis, dass vieles in mir erst noch gefunden werden muss. |
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â“ Fragen für den Tag |
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1. Wovor fliehe ich gerade innerlich? 2. Wo verliere ich mich in Ablenkung oder Widerstand? 3. Was rettet mich, wenn ich keinen Ausweg sehe? 4. Wem gilt mein Auftrag, mein "Ninive" heute? 5. Wo ärgere ich mich über Gottes Anderssein? |
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Gebet |
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Gott, Du kennst meine Fluchten und meine Ausreden. |
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Finde mich, wenn ich mich verliere. Halte mich, wenn es eng wird. |
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Gib mir den Mut, ans Land zurückzukehren und den Segen nicht zu verweigern, den Du durch mich geben willst. |
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Körperübung |
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**"Anhalten statt fliehen."** |
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Stelle dich ruhig hin. Spüre beide Füße fest auf dem Boden. |
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Atme tief ein und halte den Atem einen Moment. |
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Atme langsam aus und lasse die Schultern sinken. |
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Beim Einatmen: *Ich werde gesehen.* Beim Ausatmen: *Ich bleibe.* |
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Wiederhole dies einige Atemzüge lang. |
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Abendreflexion |
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Wo bin ich heute innerlich geflohen? Wo habe ich mich finden lassen? Welche Einsicht nehme ich mit in die Nacht? Warum soll ich dankbar sein? |