Stolze Schwäne


Weithin ziehen in die Fernen
stolze Schwäne trunken, schnell,
greifen nach den hellsten Sternen,
die da leuchten bunt und grell.

  Rastlos jagen sie von hinnen,
hurtig, hurtig wie der Wind.
Fremden Ländern gilt ihr Sinnen.
Stille stirbt das Schwanenkind.

  Doch das kann die Bahn nicht stören.
Opfer bringen Völker viel.
Denn man will dazugehören,
wenn erreicht das große Ziel.

  Schwäne bauen sich auch Nester,
weilen dort nur kurze Zeit.
Werden dann die Wasser fester,
sind die Flügel flugs bereit.

  Steil hinan in lichte Gipfel,
gierig durch das blaue Band
verachtet man die kleinen Wipfel,
auf denen man einst Ruhe fand.

  Schwäne – meint man – müssten lernen,
dass ihr Meer unendlich ist.
Doch weiter ziehen zu den Sternen,
stolze Schwäne trunken, trist.

9.04.1988    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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