Wenn ich muss


Wenn ich muss,
dann muss ich mal.
Das gebietet der Verschluss.
Alles and're wird egal,
zwängt sich eine harte Nuss
durch den engen Musskanal.

  Alle müssen, ganz banal
ob Kaiser oder Kanzlerin
den Nüssen ist das scheißegal.
Sie drängen dreist zur Schüssel hin.
Ansonsten droht ein Infernal,
falls ich zu spät auf Sitzung bin.

  So ist mein Müssen letztlich
im Kern ein Dürfen oder Können.
Nicht zu dürfen, wäre ganz entsetzlich.
Daher sollte man es besser "darf mal" nennen.
Vermessen wäre es stattdessen,
spräch' man voller Stolz vom "Können" nach dem Pressen.

2.10.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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