Wenn ich dich nicht hätte


Wenn ich dich nicht hätte,
läg' ich nicht an der Ehekette,
die mich zerrt und die mich hält.

  Wenn ich dich nicht hätte,
wie einsam wär's in meinem Bette,
wie öde wär' die Liebeswelt.

  Wenn ich dich nicht hätte,
ging' ich allein durch Flur und Städte,
was mir gar nicht gut gefällt.

  Wenn ich dich nicht hätte,
wär's wie die Wandlung in der Mette,
fänd' ich dich im jetzt und hier.

  Wenn ich dich nicht hätte,
hätt' ich vielleicht eine Babette,
die wie eine Klette, hing' an mir.

  Wenn ich dich nicht hätte,
hätt' ich vermutlich keine so adrette,
nette Frau mit viel Gespür.

  Wenn ich dich nicht hätte,
stünd' ich hilflos wie ein Lette
vor einem grossen Wüstentier.

  Wenn ich dich nicht hätte,
wär' vielleicht jetzt ein fette
Frau gar mein Plaisir.

  Wenn ich dich nicht hätte,
da halt' ich jede Wette,
wär' ich nicht der, der ich jetzt bin.

  Wenn ich dich nicht hätte,
bräuchte ich vielleicht Geräte,
gäb' ich mich der Liebe hin.

  Wenn ich dich nicht hätte,
glühte ich wie eine Zigarette
durch das Leben ohne Sinn.

  Wenn ich dich nicht hätte,
steckte starr wie eine Gräte
das Schicksal mir im Halse drin.

  Wenn ich dich nicht hätte,
glaub' ich, dass ich auf der Stelle träte,
ohne rechten Raumgewinn.

  Wenn ich dich nicht hätte,
hätte, hätte...
ach was soll das Rumgezet're,
froh und dankbar will ich sein
und mich heute
und den Rest der Tage
mit dir uns'res Lebens freu'n.

9.07.2016    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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