Sein und Tun


Es sprach das Sein zum Tun:
"Halt ein und lass uns ruh'n
so ganz im Jetzt und Nun
und betrachten was wir tun!"

  Das Tun sah das nicht ein und rief:
"Da liegst du völlig schief.
Ja sieh's doch endlich ein:
Wer nichts tut, darf nicht sein!"

  Dies fand das Sein extrem gemein
und lies sein Tun im Zorn allein.
Da hieß das Tun sein Sein ein "Schwein"
und schwor, dem Sein dies niemals zu verzeih'n.

  Seitdem sucht nun
das Tun sein Sein im Tun,
das Sein vergebens Sinn im Ruh'n.

  Glücklich mehr kann keiner sein,
denn beide sind nun nicht mehr eins,
die Tat des Tuns,
das Ruh'n des Seins.

21.01.2012    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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