Zerspiegelt


Christus, Lichtlamm,
hast Dich zerspiegelt
in tausend Facetten und Farben,
hast Dich verigelt
in Rosen und Dornen,
in verglühende Garben.

  Wie soll ich Dich finden
unter all diesen Schatten,
ohne mich
an diese Scherben zu binden,
ohne sich
am Schein zu verblinden,
ohne mich
im Stroh zu entzünden?

  Christus, Logoslicht,
hast mich durchschichtet,
mit Licht aus den Splittern
meinen finsteren Ichkreis belichtet
mit Farbe und Form.

  Wie kann ich erkennen
unter all diesem Scheinen
die Farben die wahren, die reinen,
und Dich,
den Grund alles Leuchtens?

  So schenk' mir Deinen Prismenblick!
Er wird die in sich verlauf'nen Farben führen,
die meinen und die Ihren,
in's wahrhaft weiße Licht zurück.

  Denn nur Deine Farben färben
das Menschenherz aus Spiegelscherben
ins Wahrheitslicht entspiegelt ein.

6.09.2011    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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