Widerwasser (1. Buch Mose)


Widerwasser bedeckt mich,
betränkt meine Täler,
entgipfelt meine Höhen,
verflutet mich ins Nichts.
Verwässert ist aller Halt.
Mein Land lechzt nach Licht.
Zu lange schon
ist der Regen mein Freund.
Verpropfen seine Tropfen
mein heißes Gestein
allein.

  Über mir der Schatten der Arche
gefüllt mit Leben.
Manchmal durchstreifen ihre Planken
meine Flanken sehnsuchtschwer
zieht sie ihre Furchen,
durchwühlen mich grundlos.
Rettung droht,
aber bis dahin
versenke ich mich
in meine todsicheren Abgründe.

  Hört denn die Flutwut
niemals auf niemand?
Hast Du nicht gesagt,
Du wirst
die Taube schicken ...
Darum halte ich den
Ölzweig bereit
im Hoffnungshain
solange, bis ich ihren Flügelwind
in meiner Tiefe spüre
und sie mich findet.
Dann erhebt mich Deine Sonne
dem Widerwasser
auf immerdar.

6.01.2013    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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