Schilfmeer (2. Buch Mose)


Sie ziehen durchs Schilfmeer,
sie rufen: "So hilf Herr!
Die mächtigen Streiter,
die raubenden Reiter,
die schwingenden Schwerter,
das ganze ägyptische Heer
sind hinter uns her."

  Sie ziehen durchs Schilfmeer
einher Hand an Hand.
Die wankenden Wasser
rauschend,
so mächtig verdächtig
sind wie eine Wand.
Doch immer vor Augen
am Horizont-Rand
liegt es im Trock'nen,
das verheißene Land.

  Sie ziehen durchs Schilfmeer
die feindlichen Wagen
so prächtig und schwer,
noch niemals geschlagen
zücken Schilder und Speer.
Gleich wird man sie haben ...
Doch Gott gibt Gewähr
und, ohne zu zagen,
stürzen mit einem mächtigen Satz
die würgenden Wasser zurück
an ihren gebotenen Platz.

  Wir zogen durchs Schilfmeer
trockenen Fußes einher,
wird von nun an man sagen.
Verjubelt ist Heulen und Klagen,
zu Glauben geläutert zweifelndes Fragen.
Kraft und Stärke ist uns der Herr!
Viel Zukunft von nun an
werden wir wagen,
denn gütig ist Er.
Feindliche Rosse, Reiter und Wagen
wirft er ins Meer.

  Doch werden wir Ihm am Ende,
wenn sie uns wieder jagen,
glauben,
dass die wankenden, würgenden Wasser uns tragen?

6.10.2012    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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