Schambild


Mein Schambild will nicht
von mir weichen.
Es ragt im Zentrum meiner Seele
steif und stramm wie hundert Eichen.
Sein strenger Blick,
so düsterlich,
nie kann ich es erreichen.

  Mein Schambild lässt sich nicht
von mir erweichen.
Wie tragisch inne wohnt mir doch sein Schatten.
Wie unsichtbar prägt mich sein Zeichen.
Wort- und Tatenzwang,
sein rauher Rat,
er hetzt mich über Leichen.

  Mein Schambild lässt mich nicht
in Freiheit wallen.
Es hält mich ängstlich klamm und klein,
zwingt mich den Ahnen zu gefallen.
Ich leb' ihr Sein
und gehe ein
in ihren Ruhmeshallen.

29.04.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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