Mördergrube


Leblose Leichen
liegen lange lustlos schon
in meinen finstren Ecken.
Kreidetod, weitverwest
in großen Tränensäcken.

  Ihr Gestank verfinstert
meine Freiräume
bis in den letzten Winkel
dringt ihr grausiges Gähnen
und atmet meine Spiegel glanzlos.

  Ich verdunkle meine Fenster
mit schwerem Kettengestänge,
habe Angst davor,
dass von dem Geruch
etwas nach außen gelänge.

  Betäubt krieche ich
auf allen Vieren
tastend nach Lichttropfen,
um hier am Boden
nicht zu krepieren
und um etwas Wärme
zu trinken.

  Wer hat
in meinem Herzhaus
diese Mördergrube gegraben?
"Sei immer artig",
hat man mir gesagt.
Das habe ich
allen geglaubt.
Aus Angst,
niemand könne mich riechen,
fing ich an
mich zu vergraben.

  Manchmal höre ich
Deine Stimme
so fernleise:
"Mach dich auf!
Hier draußen
ist es so dunkel.
Dein Licht fehlt."

23.09.2011    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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