Manna (2. Buch Mose)


So Du mich
berufst durchs Prophetenwort,
in meine Wüste führst,
ich sein lässt.

  Wenn ich mich
versenke im Überhandsand,
verwehe im Blindwind,
versehe am Nichtlicht,
vergehe am Wahnweg.

  Dann versehne ich mich
nach bereits Verwundenem,
nach den Fleischfässern,
sogar nach den Peitschenhieben,
die sich in meiner verwüsteten Erinnerung
verstreicheln zu sanften Schmetterlingsschlägen
heimatvoll.

  Dann verhadere ich mich
in meiner brotlosen Freiheit
am leeren Fleischtopf,
im vertrockneten Wasserarm,
aus dem mir jede verdorrte Wasserader
zum Haderwasser zerrinnt
unverdankt.

  Aber Du bist
da trotzdem,
Manna in alles eingefleischt und wolkenversäult,
Herr umgnadend immerfort,
unverwüstlich.

  Darum
lässt Du mich nicht versiegen,
bedeckst Du mein Land mit Manna,
gibst Du mir Dein Himmelsfleisch,
nimmst Du den Wasserstab
und schlägst ihn auf mein Felsenherz
vertrauensvoll.

20.12.2012    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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