Leider verloren


Ich habe mich leider verloren
im Wunschhimmel meiner Spiegelsterne,
im Traumland meiner Väterferne.
Habe mich hineingeboren
in Denkkanäle voll von Splittereisen,
in eisgefüllte Stachelschneisen.
Hab' mir selber das erkoren.

  Wie ist mir alles eng geworden,
wie soll ich Träuma dieses überwinden,
wie hinein ins off'ne Meer mich münden?
Ich will endlich überborden
hinein ins Weißlicht farbentwunden.
Noch hab' ich meine Farbe nicht gefunden.
Wie kann ich da mein Ich ermorden?

  Wie würd' ich gerne mich umsonnt
in Deiner ausgestreckten Weite spiegeln.
Doch ich muss im Ich mich fest verigeln,
wo schmerzlich mir ein fahler Mond
spärlich meinen Schatten spendet.
Dem Zerrbild folge ich und bleibe unvollendet,
bis Dein Liebesblick über meiner Herzensenge thront
und mir seine Spiegel sendet.

23.02.2018    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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