Inneres Kind


Wie habe ich dich vergraben
tief im Abwort ungehört,
hab' mich an deinem Schreien abgehört?
Tiefverstört bist du in das Zornmeer gefallen
und treibst nun ertrinkend
dein Unwesen in mir.

  Wie wütest du vergraben
in meinen Untergründen?
Dein Flammen mund
schreit sich schwarzschmerzend
in mein weißgewestetes Selbstbild,
durchkreuzt es mit Zwiespalt
und Halbkraft – jeden Tag mehr
bis hin zur Unkenntlichkeit
verliere ich mein Gesicht.

  Wie hasst du dein Fühlen
mit Angst ruiniert?
Deine Wut musst du kühlen,
bist stets erigiert –
willst tötend und mordend
entflieh'n deinen Qualen.
Die brustleere Mutter,
der gewaltige Vater
soll für alles bezahlen.

  Aggression ist dein Reigen.
Aber sie hirtet dich nicht.
Willst du dich nicht zeigen,
was dich belebt,
dein wahres Gesicht?
Vergib mir mein Schweigen,
einsames Schäflein,
das an meiner Wüstezerbricht.

8.08.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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