Erfüllte Zeit


Meine Tage siebe ich
wie der Goldwäscher
den Sand im Goldfluss
vor seinem Haus.

  Unermüdlich
mit klammer Hand,
hoffnungstrunken
halte ich mein Sieb
in den Lauf der Zeit.

  Für ein göttliches Glitzern,
einen Splitter Ewigkeit.
Gerne würde ich
dem Goldrausch
verfallen.

  Doch meine Raster sind riesig,
zu grob meine Maschen.
Sie vermögen die feinen Strukturen
aus zeitlosem Sein
nicht zu erhaschen.
Sie fassen nicht
in meine sinn-vollen Siebe
hinein.

  Viel zu wenig
wasche ich
für die Tage,
die mir noch bleiben.
Aber mehr Waschen
kann ich nicht,
es würde mich zerreiben.

  So bleibt mir nur eines,
darauf muss ich drängen:
Ich muss
den sinnlosen Abstand der Maschen
verengen.

1.01.2011    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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