Durchbete mich


Durchbete mich,
ich bin dem Wort entfallen
in aller Zeit.
Ich bin soweit.
Durchknete mich mit Sauerteig!
So Gottes reich, so reich in Gott
will ich den Höchsten widerhallen,
in allem Sprechen, allem Tun
ihm gänzlich wohl gefallen.
Es soll mein Geist nicht eher ruh'n,
bis ich disjunkt hier allem
Fleisch und nied'rem Streben,
bis ich enttunkt aus Zorn und losem Leben.
Durchbete mich!

  Durchfalle mich,
mir geht es so beschissen,
bin im Abort,
bin weder hier noch richtig dort.
Ich kann die Lust nicht missen.
Stehst Du bereit,
Dein Joch mir aufzulasten?
Durch Gutsein, Kuschen, Fasten
soll sich mein Böses scheren.
Kann ich den sicher'n Fels ertasten
und so die Tugend mir vermehren?
Durch all solch' Walten
werd' am Ende ich
vertieft durch Deine Lehren
die Seligkeit erhalten.
Ich glaub' das kaum.
Wer soll sich da entfalten?

  Entfalte mich
mit Deinen Träumen!
Durchliebe mich
mit Freiheitsräumen!
Durchschenke mich
mit Apfelbäumen!
So kann mein Ich
sich bald zerrinnen
und Christus, Du,
das Opferlamm,
in mir Gestalt gewinnen.
Durchbete mich!

10.10.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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