Der Vorhang fällt


Der Vorhang fällt,
das Spiel ist aus.
Zu Boden sinkt
der letzte Akt.
Das Irrstück findet hier
sein jähes Ende.

  Ungeliebt
trotz allem Ringen,
trotz allem Drängen
tönt tödlich,
wie der Klinge scharfer Schnitt,
der Buhruf von den Rängen.

  Der Vorhang fällt,
zerreißt das Herz
vor Schmerz und Sorgenlasten.
Tränen tasten
Tag für Tag im Trüben
unerhört,
sie füllen Schalen,
Krug und Fass
mit bitt'rem Zorn und Qualen.

  Wohin nur lenkt' ich mein Begehren
und wer hat meine Worte so verdreht?
Ja, bei wem würde es nicht
im Innern giftig spein und gähren,
sähe er, wie seine Ränge sich
in Windeseile leeren.

  Der Vorhang fällt,
das Licht erlischt,
Dunkel lodert in der Brust.
Wird diese Nacht
noch einmal enden?
Wohin ich blick,
nichts und niemand kann es wenden.
Das Stück ist tot und ich mit ihm.
Ein Neues zu erschaffen,
steht nimmermehr in meiner Macht.

  Der Vorhang fällt,
nur sterbend kannst
Du neu mich inszenieren.
Ja, nur mit einem Wort
zurück mich auf die Bühne führen
und dort aus unscheinbarem Ort
mir den Lebensodem einsoufflieren.
Im Spiel ist alles nur geschenkt.
Erfass' ich es, kann echter Beifall tosen.
Doch dazu gilt's zunächst,
mein Götzenspiel vom Podium zu stoßen.

25.03.2011    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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