Das Wrack


Vergessen siecht das Seelenwrack
in trüben Meerestiefen
taglos eingerammt
in einem schweren Riss getrennt
liegt zerborsten der einst stolze Kahn.
Ihn hat sein Wahn
verstreut, verdammt
ins schwarze Tiefseefirmament.

  Vermessen sucht das Seelenwrack
in trüben Meerestiefen
nachttief eingeschlossen
nach Lichterfunken hell und rein.
Doch in seinem tiefen Riss
verirrt sich manchmal nur ein Tiefseefisch.
Der erschreckt mit geisterhaften Possen
das Wrack und gräbt es tiefer ein.

  Besessen flucht das Seelenwrack
in trüben Meerestiefen
tagfern eingegossen,
in Bitteralgen fest verstrickt.
Alles Licht ist ihm gestohlen.
In die Abyss blickt es unverholen.
Sein Tagtraum ist ihm längst verflossen.
Die Hochsee bleibt ihm unerblickt,
bis es seinen Abgrund lieben lernt.

3.01.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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