Babel (Jeremia)


Als man mir die Augen aufschlug
bei meinem Erwachen
an den Wassern Babels,
weinte ich mit den Weiden
und heftete meine Laute
an die Pappeln die dort wuchsen,
bis sie verstummten.
Über die Zeit schwiegen wir uns zusammen
und vergaßen Jerusalem.
Tag für Jahr verfiel
mein Zionslied fremden Feldern.

  Doch dann vernahm ich
inmitten Edoms,
als meine Zunge mir am Gaumen klebte,
ich meine Rechte vergessen hatte,
des Herren Lied
und wie es meinen Namen sang.
Da konnte ich Jerusalem
in all dem wieder erkennen
und lasse es seitdem
trotz meiner Gefangenheit
Tag für Tag
meine höchste Freude sein.

  Sollen meine Feinde doch sagen:
"Wo ist denn dein Gott?"
Sollen sie sich
an ihrem Wissen laben
und darin
ihre Hölle haben!

30.09.2012    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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