Angefochten


Manchmal bin ich angefochten,
dann liegt viel Eis auf meinen Dochten.
Kalter Rauch steigt schwer nach oben,
kann sich kaum vom Grund erheben,
bleibt unerhört an meinem Himmel kleben.

  Dein Himmel scheint mir fern und weit,
mein Geist verschwendet sich an Raum und Zeit
und kann kein leises Licht mehr finden.
Wie drängt mich meines Fleisches streben,
im Schein zu suchen alles Leben.

  Ich dresche an die Zellenwände,
unvertröstet bluten Herz und Hände.
Mein Wasser still und wellenlos,
kein Windhauch, der das Segel füllt,
Dein Dasein fahl und ungefühlt.

  Wo liegt der Sinn in dieser Ferne?
Ich dachte noch: "Du zeigst Dich gerne."
Der Schmerz will mich vom Kreuze sprengen,
doch ich hab' Ewigkeit verkostet.
So harre ich am Marterpfahl, hingehofft und eingefrostet.

8.07.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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