Ambivalenz


Ich hab' die Tendenz
zur Ambivalenz.
Zunächst will ich hin,
dann will ich her.
Dann wieder:
Ach ich durchleid' es,
will ich gleich beides.

  Ach wie bin ich zerrissen,
ist mein Wollen zerschlissen
in's Hüh' und ins Hot,
in Teufel und Gott.
Ich Elender, ja ich durchleid' es,
in mir streitet beides.

  Ich lieg' wohl im Trend
und weiß nicht wie wend'
ich meine Fleischsucht zum Guten?
Wie bring' ich mein Böses zum Bluten?
Mit Geißeln und Ruten?
Mit Askese und weniger Gluten?
Mich zu entscheiden,
ich will es vermeiden
und lebe weiter in beidem.

  Bleib' ich so disjunkt?
Gerade im Punkt:
Lust versus Zwang,
Distanz gegen Drang?
Christus, Du hast mich durchlitten,
mich der Sünde entstritten.
Erlös' mich von meiner Todestendenz
vom Menschlichen her
durch's göttliche Hin,
durch Deine Ambivalenz!

1.10.2017    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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