Wollen und Müssen


Im freien Willen
fass' ich den Beschluss
bar beflügelt von der Muse Kuss,
dass dies und jenes nun geschehen muss
um meinen Drang zu stillen.

  Doch kaum entschlossen
drängt mich dieses Wollen,
fordert Tatkraft, wird zum Sollen.
Ich bin ganz dem hehren Ziel verpflichtet,
eingenordet, abgerichtet, eingeschossen.
Schon ist's mir irgendwie verdrossen.

  Warum nur, hab' ich mein Wollen so beschlossen?
Mein freier Wille ist ans Werk gebunden.
Tatenzwang verschreckt den Schöpfungsdrang.
Alles Tun ist plötzlich nun Verdruss.
Ja, schon zähle ich gebannt die Stunden,
bis mein Wollen nicht mehr muss.

12.08.2014    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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