Ruth, 02


Ich habe dich beim Ährenlesen
gefunden, Ruth!
Wie kahl waren da noch meine Felder,
wie leer meine Scheunen.

  Du warst so standhaft,
auch wenn meine Schnitter
dich nur wenige Ähren
sammeln ließen.

  Doch du hast immer
treu meine Garben gesehen
und darin reichlich gelesen
gleich bündelweise.

  Jetzt liegen wir uns
beide zu Füßen
am Rand des Getreidehaufens
wacker in uns'rer Tenne.

  "Wer bist Du?" frage ich mich manchmal,
die sich in mein Gewand säumt
so selbstverständlich als wären
alle Felder für immer bestellt.

9.07.2016    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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