Einfinden im Wort


Wenn ich mich in Deinem Wort einfinde
ganz verschwiegen und duhörend,
begegnen sich Wort und Aberwort,
verbinden sich Wein und Wasser
einander gänzlich betörend,
bis ich mich dem irdischen Ort
freifriedlich, geläutert entbinde.

  Wenn ich mich in Deinem Mehrwort versenke
ganz eingeschieden und abgesunken,
finden sich Sinn und Trübsinn,
vermischen sich Klarheit und Trug
voneinander gänzlich betrunken
wird mir mein Sterben plötzlich Gewinn,
sobald ich mich gänzlich verschenke.

  Wenn ich Dein Wort in mir aufschlage
ganz zugewandt und offen,
treffen sich Leerer und Füller,
verlaufen sich beide ineinander
voneinander gänzlich getroffen
wird mir mein Herz immer stiller
mit jeder Zeile und jeder Frage.

1.05.2018    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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