Die Hagebutte


Am Strauch hing eine Hagebutte.
Daneben stand ne' Nutte.
Ihr Kleid so eng und rot
war wahrlich keine Kutte.
Schon kam ich aus dem Lot
und Lust in meine Lenden.
Es ließ mir keine Ruh'.
So rief ich laut: "Cosi fan tutte!"
und eilte gierig auf sie zu.

  Als ich sie dann umfasste
so zärtlich, eng und fein.
Da spürt' ich, dass es passte
so wirklich mit uns zwei'n.
Wie war doch ihre rote Hülle
so glatt und fest zugleich.
Ihr Mantel barg in sich die Fülle.
Ich fühlte mich beschenkt und reich.
Zärtlich gab ihr ne'n Kuss
und dachte hoch verzückt am Schluss:
"Weichgekocht wird sie ein Hochgenuss."

  So ließ ich meinem wilden Wallen
seinen ungestümen Lauf
und fand daran Gefallen.
Nur dem Flittchen stieß das auf.
Sie sprach: "Seitdem ich hier an dieser Stelle steh',
drückst du beständig nur die Hagebutte.
Ich find das nicht OK,
dass ich hier leer ausgeh'.
Ich bin doch hier die Nutte,
nicht die Butte."

  Ich sagte ihr, es tät' mir leid,
sie sei sehr hübsch in ihrem Kleid
und tat ihr kund, dass ich verstehe,
wenn es ihr mit mir nicht so gut gehe.
Der Grund läg' aber nicht bei ihr.
Aber auch ich kann nichts dafür,
wenn ich nicht mich nicht um Frauen dreh';
mich erregt nur Hagebuttentee.

2.11.2014    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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