Datenschutz


Hiermit sage ich und ich erkläre,
dass ich den Datenschutz
auf dieser Seite stets gewähre.
Falls ein Leser mir per Zufall oder Absicht eine E-Mail schreibt,
so verspreche ich, dass die in meiner Obhut bleibt.
Ich speich're meiner Leser Daten nicht,
führ' kein Datum hinter's Licht
und verkünde hiermit frei und ehrlich,
mein Datenschutz ist ungefährlich.

  Getrost kann ich das von meiner Seite sagen,
doch ich sitz' ja nicht allein im Wagen.
1&1 IONOS hostet meine Quelle.
Die speichern Daten auf die Schnelle,
sobald man nur den Link anklickt.
Ja, bevor man meine Seite noch erblickt,
werden Daten schon erhoben
und in's Backend durchgeschoben.

 
Bild: Datenschutz01 (Quelle: pixabay.com)


Natürlich werden diese, das sei hier zitiert,
im Backend sofort anonymisiert.
Dieses beruhigt mich wirklich ungemein.
So hat Datenschutz zu sein!
Zur Sicherheit sei folgend aufgelistet,
was da auf "meinem" Server nistet.

  Wichtig ist, man sieht sie nie,
des Lesers flüchtige IP.
"537.36 – –", das Beispiel sei hier angeführt
und wie man sieht, ist sie kastriert.
Aus diesen Nummern kann man nie und nimmer
des Lesers Alter oder gar noch schlimmer,
die Größe des Geschlechts ermitteln –
daran lässt sich also nichts bekritteln.

  Ebenso brutal in gleicher Weise
schlägt man eine große Schneise
in die IP der Quellenseiten,
die hierher zur Quelle leiten.
Somit wird geschickt verdeckt,
wer was in welche Seite steckt.
Nur der Ort wird damit nachgewiesen,
der Datenschutz sei hochgepriesen.

 
Bild: Schloss01 (Quelle: pixabay.com)

Dann wird noch ein Timestamp abgelegt
und auch die URL, zu der man sich bewegt.
Auch dieses scheint nicht sehr gefährlich
und sei'n wir bitte doch nicht kleinlich.
Denn, ob der Leser schmutzig oder reinlich,
wird durch diese Daten keinesfalls beschrieben.
Ja, so wird guter Datenschutz betrieben!

  Und was verrät der Browser schon,
das Gerät oder gar noch die Version,
mit dem die Nutzer meiner Seiten
ihren Aufenthalt bestreiten.
Was soll man daraus schon ableiten?
Gleiches gilt für die Betriebssysteme,
egal ob Windows oder Schöne,
alle werden registriert,
weil das niemand' int'ressiert.

  Acht Wochen, wie der Hoster noch berichtet,
wird ein Datum maximal gesichtet.
Im Anschluss wird es dann vernichtet.
Wie lang' es sich dann noch im Backup hält,
das wird vom niemanden erzählt.

  Ach ja, fast' hätt' ich es vergessen,
meine Seite wird auch noch vermessen.
WebAnalytics heißt das Tool
und ist am Ende ziemlich Cool.
Ja, man muss die Firma loben,
aus berechtigtem Interesse wird hier nur erhoben,
was eine Seite gut und sicher macht.
Auf dieser Basis wird dann optimiert, ausgewertet und erspürt,
was schließlich dann zu tollen Angeboten führt.
Diese sind für alle wichtig
und darum ist die Analyse richtig.

  Und damit sie funktioniert,
ist Tracking/Logging standardmäßig aktiviert.
Mit einem Pixel unsichtbar und fein
speist man gern die Daten ein.
Auch durch ein Logfile dann und wann
erspäht man Daten wenn man kann.
Diese werden, so ist zumindest das Bestreben,
nicht an Dritte ausgegeben.
Cookies werden ebenfalls nicht mehr verwendet.
Somit ist der Datenschutz vollendet.

  Zu guter Letzt, ich geb' es zu, ich hab' nen Facebook Link gesetzt,
was jeden Datenschützer in den Wahnsinn hetzt.
Einerseits kann man mit einer Fanpage viele Leser gut erreichen,
andrerseits kann man den Datenschutz dann streichen.
Denn der Zucker-Mark ist schon ein Datenschlecker,
der findet unsre Daten lecker.
Und damit man diese ihm mit wenig Aufwand gibt,
verteilt er Fanpage-Code mit Java-Script.
Dieses schreibt, wird so ein Facebook-Link geklickt,
Leserdaten wie verrückt in ein Warehouse und beglückt
nach nur ein wenig Analytik, die geldpotenten Kunden,
die zahlen dann mit Dollar oder Pfunden.
Das ist der Kollaps für Datenschutz auf meiner Seite
weshalb ich ohne Code den Fan auf meine Page geleite.
Vielleicht ist das nicht sehr passabel,
doch für den Datenschutz ist's akzeptabel.

  Epilog:

Wer nun meint, seine Daten wären damit sicher,
der entlockt mir ein Gekicher.
Denn was der Mensch verspricht
und was er eigentlich im Schilde hat,
vor allem wenn er schon die Daten hat,
das steht auf einem andern Blatt.
Dieses ist schon immer so,
da hilft auch keine DSGVO.

 
Bild: Datenschutz01-1 (Quelle: pixabay.com)


2.12.2018    



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