Das Gauland


Das Gauland ist schon sehr sehr alt.
Die strengen Mütter haben es erschlossen.
Die schwachen Väter haben mit Gewalt
den Grenzpfahl schmerzend eingedroschen.

  In ihm lodern die Vulkane
sie speien Magma wütend, dicht
und über alles, gleich einer schützenden Soutane
zieht sich eine dicke Ascheschicht.

 
Bild: Vulkan01 (Quelle: pixabay.com)

Das Gauland hat kein Auenland,
sein Seegebiet ist eingeschränkt.
Es fehlt ihm ganz der weite Strand,
der fremde Boote gern empfängt.

  Seine Küsten zieren Felsenriffe
hoch aufgeschossen im Granit
lotst sein Leuchtturm unkonforme Schiffe
und reißt sie in den Abgrund mit.

  Das Gauland ist in sich verschworen.
Aus seinen Sümpfen steigen Nebel auf.
Der Angstfluss wird darin geboren
und kein Wehr hemmt seinen Lauf.

 
Bild: Moorweg01 (Quelle: pixabay.com)

Sein Landweg ist in sich verschlungen.
Kein Schild erhellt des Wand'rers Sicht.
Ja, wer in seine dunklen Pfade eingedrungen,
den verliert das Tageslicht.

  Das Gauland wirkt stark ausgemerkelt,
ist braunverbrannt und kahlgeschoren.
Die Landessprache ist leicht angeferkelt.
Es sieht sich grenzenlos und auserkoren.

  Stets macht das Gauland sich mobil.
Sein Boden liebt den Stechschritt sehr.
Sein Feindbild hält es stets stabil.
Es läuft der Fahne hinterher.

  Das Gauland schätzt das Männerlied.
Schwachheit nimmt es sich zur Brust.
Freundschaft fügt sich ein in Reih und Glied.
Am Starken stillt es seine Lust.

  Gerne geht das Gauland auch in Revision.
Es wäscht die blutverschmierten Westen rein.
Was einmal war, wer weiß das schon?
Was nicht sein darf, das kann nicht sein.

  Das Gauland will zurück in's Reich.
Vom Kreuze hackt es splitternd die Parolen.
Nicht's kommt einem Führer gleich.
Es lässt ihn ein auf leisen Sohlen.

  Ach wie schätzt es die Progrome.
Sie sind wie ein reiner Fluss,
den man hin und wieder durch die Dome
seiner Wohnstadt leiten muss.

 
Bild: Feuer01-1 (Quelle: pixabay.com)

Das Gauland ist von dir nicht weit.
Hör' hin, fang' an nicht wegzuschauen!
Nicht erst morgen, sondern jetzt
beginn dein eigenes Land zu bauen,
bevor das Gauland dich besetzt
und deine grünen Auen.
Und eines noch, lern' es von der Zeit:
Einem Gauland darf man niemals trauen!

12.12.2018    


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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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