Blumen


Oh Herr, wie hübsch reihst Du die Blumen vor mir auf
so samt in ihren frischen Farben.
Aus ihrer Mitte strömt
gleich eines Bächleins unbedarftem Lauf
ein Duft voll Lust und Leben und stürzet sich
auf meine Narben, die noch nässen.

  Oh Herr, welch Fülle birgt sich doch
in diesem unbedarften Wesen
hinter diesen farbenfrohen Stoffen.
Will mich berauschen,
gleich einer Hummel saugend mich der süssen Quelle nahen,
bis ihr Met mir aus den Poren quillt
hinein in alle Wunden, die noch offen
und deren Blutstrom ungestillt.

  Oh Herr, wozu schufst' Du solch' Gebinde,
Himmelsgold in ird'ne Form gegossen?
Nur mit Blicken kann ich sie verkosten,
gleich einem Säugling,
dem die Mutterbrust verwehrt,
harr' ich auf verlor'nem Posten,
bis die Wunde mir geschlossen
durch Dein Erblühen voll und ganz.

17.08.2018    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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