Die Morriden


Die Morriden, die Morriden
sind ein stilles Volk im Süden.
Wären sie im Norden,
gar schrecklich wär' das Morden
an den häßlichen Morriden.
Ja, wären sie auf Augenhöhe, man ließ sie nie in Frieden.
Doch tief im Süden, dort leben sie sehr abgeschieden.

  Es haben denn auch die Morriden
das Licht seit jeher schon gemieden.
Lieber munkeln sie im Dunkeln
mit Bläschen und Furunkeln.
Ja, auch deshalb kann sie niemand leiden,
sieht man sie doch, will man sie meiden.

  Gar unerträglich ist Ihr Weben,
so hintenrum nach Luft zu streben.
Selbst durch starken Druck fixiert
lässt sie kein Durchstoß unberührt.
Im Gegengeil, sie zeigen sich ganz ungeniert
am Ende auch noch blutverschmiert.

  Solch Handeln kann nicht Frieden stiften.
So sucht man sie oft zu vergiften.
Auch würgt man sie mit Eisenschlingen.
Dies mag im Einzelfall gelingen,
doch immer wieder kriechen sie aufs Neue
in Scharen aus dem Dunkel ohne Reue.

  Wer die Morriden hat, hat nichts zu lachen,
da sie die Schadenfreude schnell entfachen.
Jeder denkt: "Das ist doch Gottes Gabe,
dass ich nicht die Morriden habe ..."
Ja, wer die Morriden hat, dem ist Häme wohl beschieden.
Darum nennt man sie auch Hämorriden.

30.07.2014    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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