Bergselig (Luk.6)


Selig, was armselig blüht
an deinen Hängen und Matten.
Wo dein Arm zu kurz ist,
um das Tal zu beschatten.
Freue dich!
All dies wird noch von oben
mächtig mit Fülle und Farbe durchwoben.

  Selig, wenn dein Weinberg weit ist
und immerfort im Schlotterschatten liegt.
Lass los und vergifte seine Brunnen nicht
mit bitterer Galle.
Freue dich!
Dir wird die Sonne allzumal
aufgehen als erstes von allem
über deinem Tränental. Selig, wenn dein Massiv
niemanden erdrückt noch erschlägt.
Es den Blick nicht versperrt sondern freigibt
auch auf die anderen Gipfel
und die Sonne.
Freue dich!
Und sei sanft wie von Sinnen,
so wirst du noch mehr Land gewinnen.

  Selig, wenn sie dein Echo
über dir brechen. Nur weil sich in deinem Wasserlachen
der Himmel widerspiegelt
und deine Aufwinde sich
vom tiefsten Grunde her
immer wieder beflügeln lassen.
Freue dich sehr!
Denn dereinst
wird dort vollkommen sein,
was du hier schon bist.

5.05.2012    



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© WolfgangJohannesWelk ( wjw@reimquelle.de )

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